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-noch namenlose erstgeschichte-

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    -noch namenlose erstgeschichte-

    Okay, das ist die erste wirklich längere Geschichte, besser gesagt, nur das zweite Kapitel, weil das erste ziemlich schlecht ist. Ich würde gern einfach mal ein paar Meinungen hören, weil ich mir im Moment ziemlich unsicher bin, ob/wie es weitergeht.

    also *räusper*:

    Yaro beobachtete das rege Treiben in der Taverne. Er hatte einen günstigen Platz in einer Wandnische, von dem aus er den gesamten Raum überblicken konnte und gute Sicht auf die Tür hatte. Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, starrte er auf das bauchige Glas vor sich auf dem Tisch und blickte nur auf, wenn es im Schankraum allzu laut wurde. Dann blickte er den Verursacher wütend an. Der Elb hatte nicht viel für Leute in Tavernen übrig. Ansonsten musste er die Menschen im Raum nicht erst ansehen, um zu wissen, was geschah. Die Gerüche und Geräusche verrieten seinen feinen Sinnen genug. Er spürte die Gegenwart eines näherkommenden Menschen ebenso wie er wahrnahm, dass einige Zwerge sich an einem Tisch am Fenster über Gold unterhielten oder dass am Tresen soeben Bier ausgeschenkt wurde. Sein Blick streifte für einen kurzen Moment die Tür, dann betrachtete er wieder sein Glas. Beor war immer noch nicht zurück. Sein Gefährte hätte eigentlich schon vor zwei Stunden wieder da sein müssen. Eine Unterredung mit dem Stadtherrn dauerte für gewöhnlich nicht länger als einige Minuten, doch vielleicht war dies hier ein besonderer Fall. In dem Moment, als seine Gedanken an diesem Punkt angelangt waren und er beschlossen hatte, dass es noch zu früh war um sich Sorgen zu machen, öffnete sich die Tür. Yaro blickte von seinem Glas auf, denn die Aura der beiden Vermummten, die nun eintraten, war alles andere als gewöhnlich. Er spürte, dass es sich hier um ein Mädchen und einen Knaben handeln musste, denn die beiden hatten den unbeschwerten, wenn auch etwas erschöpft wirkenden Gang von Kindern. Besonders von dem Mädchen ging eine Macht aus, die ihn erschütterte. Und dennoch... schien diese Macht zu schlafen, sich zu verstecken. Die des Jungen war ebenfalls vorhanden, wenn auch nicht so unheimlich stark. Normale Menschen wie das übrige Bauernvolk waren die beiden jedenfalls nicht. Elben jedoch konnten es auch nicht sein, das hätte er stärker gespürt. Also beobachtete Yaro sie weiter. Sie drängten sich nun an der Wand entlang durch den übervollen Schankraum zum Tresen. Das Mädchen schien etwas
    vom Wirt zu wollen, und Yaro richtete seine Sinne auf sie. "... Zimmer für eine Nacht.", konnte er gerade noch verstehen. Waren diese zwei wahnsinnig? Sie beabsichtigten doch nicht wirklich in dieser Spelunke zu übernachten? Der Elb dachte mit Schaudern an die muffigen Zimmer im Obergeschoss, in denen Viehzeug und Ratten hausten und in denen man aufpassen musste, dass die morschen Betten nachts nicht unter einem zusammenbrachen. Beor und er hatten sich auf der langen Reise von Tawaran bis hierher etwas Besseres überlegt: sie schliefen einfach auf dem Dach oder in einem Heuhaufen. Viele der strohgedeckten Dächer in dieser Gegend besaßen Vorsprünge oder Dachterassen, sodass sie meist keine Schwierigkeiten hatten, einen Platz zum Schlafen zu finden. Wenn sie durch unbewohntes Gebiet kamen oder es einen Wald in der Nähe gab, schlugen sie ihr Lager allerdings lieber unter freiem Himmel auf. >Und das würde ich diesen beiden auch empfehlen< dachte er, während er mit ansehen musste, wie der dicke Wirt die beiden zur Treppe führte. Gleichzeitig bemerkte er einen Kaufmann aus dem Süden, der ihnen ebenfalls hinterherstarrte und sich die Lippen leckte. Eine dunkle Vorahnung beschlich Yaro. Er würde diese Nacht wohl Wache schieben müssen.

    Müde und erschöpft stieß Larywen die Tür zur Taverne auf. Qualm und Hitze schlugen ihr entgegen. Sie trat in die kleine überfüllte Schankstube und sah sich im Schutz ihres Umhangs vorsichtig um. Etwas war seltsam. Eine starke Präsenz erfüllte den Raum, fremdartig und doch vertraut. Earon, der ihr gefolgt war, machte sie auf den Wirt aufmerksam. Die beiden schoben sich an der Wand entlang Richtung Tresen. Immer noch grübelte Larywen darüber nach, womit diese ihr unbekannte Macht zusammenhängen könnte. Aus dem Augenwinkel bemerkte sie einen Mann, der in einer Ecke saß und sie unter seiner Kapuze heraus anstarrte. Schnell wandte sie sich ab und hoffte, dass er ihren Blick nicht bemerkt hatte. Der Wirt drehte sich zu ihr um und musterte sie eingehend. Als er versuchte, einen Blick unter die Kapuze zu werfen, senkte sie den Kopf. "Was ist Euer Begehr?" knurrte er gereizt. "Wir suchen Zimmer für eine Nacht.", antwortete sie leise, aber deutlich. Der Dicke nickte und bedeutete ihnen, ihm zu folgen. Schwerfällig erklomm er die Treppe ins Obergeschoss. Er führte sie einen engen Gang entlang zu einer schmalen Tür. "Gezahlt wird im Voraus!", schnauzte er. Earon fuhr mit der Hand in seinen Umhang und brachte einen kleinen Beutel zum Vorschein. Er öffnete ihn und entnahm zwei kleine Goldmünzen. Die Augen des Wirts leuchteten beim Anblick des Geldes auf. "Eine angenehme Nachtruhe." flötete er mit einem heuchlerischen Grinsen und zog sich mit einer kleinen Verbeugung rückwärts zur Treppe zurück. "Wiederwärtig", zischte Larywen. Sie drückte die Klinke hinunter und die Geschwister betraten den Raum. Es war ziemlich dunkel in der kleinen Kammer, und ein übler Geruch strömte heraus. Der Tür gegenüber befand sich ein winziges Fenster, durch das schwacher Lichtschein von der Straße drang. Man konnte
    schemenhaft zwei Betten erkennen, die an den Wänden standen, und einen wackligen Stuhl in der Ecke. Earon trat als erster in das Zimmer. Er betastete den Türrahmen und fand eine kleine Öllampe, die an einem Nagel hing. Larywen entzündete sie, und sobald das flackernde Licht die Kammer erhellte, lief den beiden ein Schauer über den Rücken. "Bei den Geistern!", flüsterte Earon, "Wie lange mag hier niemand gewesen sein?". Spinnweben hingen in den Ecken, die Holztäfelung, früher einmal reich verziert und bemalt, war unter einer dicken Schicht Staub und Schmutz verschwunden und von Holzwürmern durchlöchert. Die Matratzen waren mottenzerfressen, an einigen Stellen hatte man mit Stroh notdürftig nachgebessert. Larywen sah sich fassungslos um. Einen solch verwahrlosten Zustand hätte sie in keinem bewohnten Haus für möglich gehalten. Das Mädchen seufzte. "Ich schätze, uns wird nichts anderes übrig bleiben.", meinte sie. "Komm, lass uns nachsehen, ob es hier irgendwo so etwas wie einen Besen gibt." In einer Ecke im Flur fanden sie tatsächlich einen Strohbesen und etwas, was einmal ein Wischlappen gewesen sein mochte. Sie reinigten eine Stelle auf dem Boden, so gut es eben ging, denn sie waren sich einig, dass man die Betten unmöglich zum Schlafen benutzen konnte. Dann bereitete Larywen ein Lager, während ihr Bruder nach unten ging, um eine warme Mahlzeit zu beschaffen. Er kehrte mit zwei Holzschalen mit dünner Brühe zurück. "Etwas anderes hatte der Dicke nicht zu bieten.", meinte er entschuldigend und zog zwei Brotkanten aus der Umhangtasche. Sie ließen sich auf ihren Decken nieder und verzehrten das kärgliche Mahl. Dann legten sie sich hin und versuchten zu schlafen. Larywen beschäftigte noch lange die ungeheure Macht, die sie unten im Schankraum gespürt hatte. Sie hatte eine Ahnung, dass sie mit dem Mann in der Wandnische zusammenhing, der sie so seltsam angestarrt hatte. Ein Schauer lief ihr über den Rücken, wenn sie an seinen Blick dachte. Er wirkte so... geheimnisvoll.
    Mitten in der Nacht wurden die beiden von Lärm auf dem Gang geweckt. Ein Messer wurde aus der Scheide gezogen, gefolgt von einem leisen Zischen. Larywen sprang auf und schloss die Faust um ihren Dolch, Earon griff nach dem Schwert und riss die Tür auf. Im Flur stand ein dicker, fremdländisch aussehender Mann an die Wand gedrückt.Eine dunkel gewandete Person hielt ihm das Messer an den Hals. "Noch ein Wort und ich schneide dir die Kehle durch!" drohte sie, die Stimme verzerrt vor Abscheu. "Was ist los?" fragte Earon laut. Der Dunkle drehte sich zu ihnen um, und Larywen stockte der Atem. Es war der selbe Mann, den sie schon im Schankraum gesehen hatte. Wieder spürte sie die ungeheure Macht, die von ihm ausging. Er musste ein Elb oder ein Zauberer sein.Für einen Moment starrte er sie unter seiner Kapuze heraus an, dann wandte er sich wieder dem schweißüberströmten, panisch um sich blickenden Mann zu. Er stieß ihn von sich. Angespannt, das Messer noch immer zum Stoß bereit, drohte er: "Verschwinde und lass dich hier nicht mehr blicken, dann werde ich über das Vorgefallene kein Wort verlieren." Der Fremdländer hastete zur Treppe, stolperte und schlug mit einem lauten Krachen auf dem Boden auf. Larywen wandte sich an den rätselhaften Fremden. "Was hat er getan?", fragte sie. "Nun," antwortete dieser, "er wollte zu Euch. Mit unredlichen Absichten, wenn Ihr versteht, was ich meine." Larywen schluckte. "Habt Dank.", sagte sie. Earon nickte.
    Plötzlich kamen polternde Schritte die Treppe herauf. Der Fremde stieß die Geschwister ins Zimmer. Er selbst bezog Stellung neben der Tür. Sein dunkler Umhang verschmolz mit den Schatten. Larywen und Earon schlüpften unter die Decken und hielten ihre Waffen griffbereit. Ein leises Gerausch ließ erahnen, dass der Dunkle sein Messer ebenfalls gezogen hatte. Draußen auf dem Gang vernahm man nun Stimmen, die rasch näher kamen. >Der Wirt...< hallte eine Stimme in ihrem Kopf. Gleichzeitig durchfuhr sie ein stechender Schmerz in den Schläfen. Sie zuckten zusammen. Ihre eigenen Gedanken waren dies jedenfalls nicht. Sie hörten, wie der Mann im Schatten keuchte. Er hatte sich allerdings sofort wieder in der Gewalt. Die Tür wurde aufgestoßen. Earon erkannte durch die halbgeschlossenen Lider den Wirt mit einer Öllampe, dahinter eine dicke, unförmige Gestalt. Der Mann aus dem Süden hatte die Warnung nicht ernst genommen.
    Yaro stand bis zum Äußersten gespannt eng an die Wand gedrückt. Er sah den Lichtschein unter der Tür und zog sich geräuschlos tiefer in den Schatten zurück. Er wusste, dass es der Wirt mit einer zweiten Person war. Am Klang der Schritte hatte er es erkannt. Die Tür schwang auf, und der Wirt sagte: "Hier ist nichts.Ich weiß nicht, was Euch über den Weg gelaufen ist." Yaro konnte den Bieratem der Männer riechen, aber da war auch noch ein anderer Geruch. Danou... eine Salbe mit der sich die Menschen aus dem Süden das Gesicht bestrichen. Der Händler! Yaro umklammerte sein Messer so fest, dass die Fingerknöchel weiß hervortraten. Der Dicke hob seine Öllampe noch einmal und schloss, als er nichts Ungewöhnliches entdecken konnte, wieder die Tür. Der Elb hörte, wie die Geschwister aufatmeten. Er selbst konnte sich nun auch ein wenig entspannen. Sie erschraken, als er aus dem Schatten zu ihnen trat. "Wenn ihr klug seid, verschwindet ihr noch heute Nacht von hier und sucht euch ein Lager außerhalb der Stadt. Kommt mit mir, ich kenne einen guten Platz." Earon warf Larywen einen fragenden Blick zu. Seine Schwester wusste genau, was er sagen wollte. Sie musterte noch einmal die vermummte Gestalt und runzelte die Stirn. Auch wenn ihr Verstand sie dazu anhielt, erst mehr über ihn herauszufinden, sagten ihr Herz und ihr Gefühl ihr jedoch, dass sie dem Fremden vertrauen konnte. Also nickte sie und begann ihre Sachen zusammenzupacken. Earon warf dem Vermummten noch einen kurzen Blick zu, dann folgte er ihrem Beispiel. Binnen weniger Minuten hatten sie die Rucksäcke geschultert. Der Fremde stand an der Tür und lauschte. Er spürte in der näheren
    Umgebung nach Menschen, doch zu seiner Erleichterung war niemand da. Die Nacht war schon zu weit fortgeschritten, als dass sich noch irgendwer in den Straßen
    herumtrieb. Er bedeutete den Geschwistern, ihm zu folgen, und huschte leise aus der Kammer und die Treppe hinunter. Geräuschlos schob er den Riegel der Tavernentür beiseite und öffnete sie. Nichts regte sich. Er trat auf die gepflasterte Straße und schlich entlang der Häuser Richtung Stadtmauer. Von Zeit zu Zeit drehte er sich um, um sicher zu gehen, dass die Geschwister ihm folgten. Er war erstaunt. Die Beiden verstanden es, sich selbst auf Kopfsteinpflaster so leise zu bewegen wie Geister. Er musste unbedingt mehr über sie herausfinden. Nun, dazu würde sich sicher im Lager Gelegenheit bieten, sagte er sich. Vorher musste er sie jedoch erst einmal sicher dorthin bringen.
    Sie erreichten die Stadtmauer, ohne von jemandem gesehen worden zu sein. Ihr Führer zog ein eng zusammengerolltes Seil aus seinem Umhang. Er wickelte es auseinander und warf ein Ende hoch über die Stadtmauer. Dann schloss er die Augen und ließ seine Gedanken an ihm emporwandern, spürte den rauhen Stein, schließlich den Knick, wo es über die Kante der Mauer reichte. Er konzentrierte sich nun ganz auf das Seilende, verband seine Gedanken und Empfindungen mit ihm, den dringenden Wunsch nach Flucht, tastete auf der Mauerkrone umher und fand die Eisenspitze, nach der er suchte. Sanft streichelte sein Geist das weiche Gewebe des Seils, ermutigte es, trieb es dazu an, sich zu dem Haken zu bewegen, sich um ihn zu schlingen. Er stellte sich genau vor, wie es sich Zentimeter um Zentimeter zu einem festen Knoten verband. Leise murmelnd bedankte er sich für die Hilfe und ließ seine Gedanken wieder hinabwandern, ehe er schließlich die Augen öffnete und in die erstaunten Gesichter der Kinder blickte. Ein Lächeln stahl sich auf sein immer noch verhülltes Gesicht. "Kommt.", flüsterte er leise. Die Geschwister blickten sich einen Moment verständnislos an, dann zuckte Earon unmerklich die Schultern und machte sich an den Aufstieg. Er prüfte die Festigkeit der Leine und staunte kurz über ihre weiche und leichte Beschaffenheit, dann begann er, langsam und vorsichtig daran hinaufzuklettern. Doch schon nach kurzer Zeit bemerkte er, dass das Seil ihn hielt, und wurde sicherer. Oben angekommen, warf er einen Blick hinunter zu seiner Schwester und dem geheimnisvollen Fremden. Larywen schickte sich an, ebenfalls die Mauer zu erklimmen. Dem Beispiel ihres Bruders folgend, vertraute sie sich ganz dem dünnen Gewebe des Seils an. Sie hatte es schnell auf die Mauer geschafft. Wenige Augenblicke später stand auch ihr Führer wieder neben ihnen. Er holte das Seil nach oben, und genauso leicht wie sie hinaufgekommen waren, ließen sie sich auf der anderen Seite wieder hinab.
    Yaro waren die Beiden ein immer größeres Rätsel. Sie hatten die Magie des Seils so natürlich, so selbstverständlich aufgenommen und hatten sich so sicher an ihm
    zurechtgefunden, wie es eigentlich nur Elben und Magiern möglich war. Immer stärker drängte sich ihm diese eine Frage auf: Wer waren sie? Die größte Unruhe bereitete ihm die gewaltige Aura der Macht, die von den Geschwistern ausging. Verstörend war nur, dass diese Macht eben nicht offen zutage trat, sondern tief im Inneren ruhte. "Was jetzt?" Er schreckte aus seinen Gedanken. Earon stand vor ihm und hielt das Seilende in der Hand. Leise schüttelte der Elb den Kopf und verzog, unsichtbar für die anderen, das Gesicht. All seine Grübeleien würden ihm nichts nützen, wenn er die Beiden nicht schnell in Sicherheit brachte. Er nahm dem Jungen das Seil aus der Hand, trat näher an die Mauer heran und strich sanft über das Gewebe. Er schickte eine Bitte hinauf zum Knoten, sich doch zu lösen und wieder mit ihm zu kommen, weil er die Leine brauchte. Im nächsten Moment ringelte sich daas Seil von der Mauer herab und landete vor seinen Füßen. Zufrieden steckte er es wieder ein. Dann nickte er den Geschwistern leicht zu und bedeutete ihnen erneut, ihm zu folgen. Zuerst führte er sie ein kleines Stück nördlich an der Stadtmauer entlang, doch schon bald bogen sie in einen schmalen Feldweg ein, der in die große Ringstraße um die Stadt einmündete. Der Dunkle bedeutete ihnen, stehen zu bleiben. Er schien für einen Moment zu lauschen, dann drehte er sich um und erklärte leise: "Lauft auf dem Randstreifen. Dort habt ihr ein wenig Deckung von den Bäumen, außerdem wird man nicht so leicht Spuren finden können, da das Gras vom Regen wider aufgerichtet wird. Und regnen wird es noch vor dem Morgen." Larywen und Earon nickten, dann setzten die drei ihren Marsch fort. Sobald sie den Wald erreichten, verließen sie jedoch den Weg und huschten wie dunkle Schatten unter den Bäumen entlang. Ihr Begleiter führte sie sicher und
    zügig durch den nächtlichen Wald. Nicht ein einziges Mal ging er fehl oder musste stehen bleiben, um sich an den Weg zu erinnern. Larywen war beeindruckt. Die meisten Leute, mit denen sie bisher in der Wildnis unterwegs gewesen war, hatten sich an Wegzeichen oder besonderen Landschaftsmarken orientieren müssen und so viel Zeit verschwendet. Noch mehr aber beschäftigte sie weiterhin die fremdartige Macht, die von dem geheimnisvollen Fremden auszugehen schien. Sie hatte sich verändert, seit sie aus der Stadt herausgekommen waren. Nun erschien sie nicht mehr so unheimlich geballt und kraftvoll, dafür aber viel entspannter und nicht mehr so... bedrohlich. DasMädchen begriff. Die Macht des Mannes hatte sich ausbreiten können, war durch die Freiheit und Friedlichkeit der Natur besänftigt worden.Sie musste lächeln. Man spürte eindeutig, dass ihr Führer in der Natur zu Hause war. Er bewegte sich hier um Wald viel ungezwungener und entspannter als in der engen, stickigen Taverne. "Was ja auch nicht weiter verwunderlich ist.", dachte sie mit einem verdrießlichen Gesicht. Doch sie verbarg es unter ihrem Umhang. Sie wollte nicht, dass Earon mitbekam, worüber sie die ganze Zeit nachdachte.
    Wenn der Mensch zu allem fähig ist, warum nicht auch zum Frieden?
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